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Kaulquappe September 2020 vom 04.09.2020:

Nürnberg, 04.09.2020

 Liebe FriedensfreundInnen,

Gemeinsam gegen neue Atombomber und atomare Aufrüstung!

Der Sommer ging schnell vorbei und in den nächsten Tagen beginnt in Bayern die Schule wieder – mit allen Schwierigkeiten, die die Pandemie derzeit mit sich bringt. Auch das Museum will sich nun weiter öffnen und seine verschobenen Veranstaltungen vom Frühjahr nachholen. So werden Sie einige Themen wieder finden. Wo es räumlich etwas knapp werden könnte, werden wir uns mit anderen Friedensgruppen zusammentun und auf andere Räumlichkeiten ausweichen. 

Ganz besonders möchten wir auf unseren Filmnachmittag am Do., 24.9. hinweisen.

Bitte melden Sie sich auf alle Fälle an (telefonisch oder per Mail).

Die aktuelle Ausstellung zu 100 Jahre IFFF haben wir ja bis Ende Oktober verlängert. Was danach im Museum zu sehen sein wird, wird derzeit intensiv bearbeitet. Das Thema ist brisant: Atomwaffen und die Klimaerwärmung sind Bedrohungen, die uns beschäftigen sollten. In einigen Sitzungen per Skype, Zoom oder auch schon mal wieder face-to-face sind wir dran. Lassen Sie sich überraschen.

Der Hiroshimatag wurde diesmal auf den Rathausplatz verlegt, da auf dem Hauptmarkt das verlorene Volksfest seinen Ersatz gefunden hatte. Trotzdem war es eine würdige Veranstaltung, nicht zuletzt mit einer stimmungsvollen Harfenmusik. Hier einige Bilder.

Wir freuen uns wieder auf Sie!

Ihr Kaulquappenteam.

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Veranstaltungen

Im Herbst beginnen wir wieder mit Veranstaltungen im Friedensmuseum. Einige finden – aus Platzgründen – zusammen mit anderen Gruppen an anderen Orten statt.
Bitte melden Sie sich vorher an.

Di., 22.09.2020 , um 19:30 Uhr
CPH, Königstraße 64
Ziviler Ungehorsam angesichts atomarer Vernichtungsgefahr
Vom mündigen Umgang mit Vorschriften, die das Leben gefährden – Dokumentarfilm über gewaltfreien Widerstand in den 80er Jahren gegen die Stationierung atomarer Pershing II-Raketen lässt einige Zeitzeug*innen zu Wort kommen: Danach half ziviler Ungehorsam, das Gewissen breiter Schichten der Bevölkerung zu sensibilisieren für ihren Protest bis zum Abzug der Pershing II. In der anknüpfenden Diskussion geht es um effektive Wege zur Abrüstung heutiger US-Atomwaffen in der Eifel. Auch einige anwesende Aktivist*innen, die Strafen in Kauf nehmen, möchten über ihre Gewissensentscheidung ins Gespräch kommen. Was können wir daraus lernen über gewaltfreien Widerstand? Teilnehmer*innen an der Gesprächsrunde: Su­sanne Groß­mann und Dr. Joachim Schneider, pax christi – Diözesanverband Bamberg Teilnehmende aus dem Publikum

Bitte um Anmeldung (bis 18. Sept.): bei Frau Susanne Großmann, E-Mail: Bamberg@paxchristi.de oder Tel.: 09131 / 40 11 951

Do., 24.09.2020 , ab 15 Uhr im Friedensmuseum
Filmnachmittag: 3 Frauen, die die Arbeit des IFFF prägten:
15 Uhr: Constanze Hallgarten (1881-1969)  … warnte früh vor den Gefahren des Nationalsozialismus und stand bereits beim Hitler-Ludendorf-Putsch 1923 auf einer „schwarzen Liste“ der Nazis.
17 Uhr: Gertrud Baer (1890-1981) … leitete Anfang 1919 für einige Wochen im Bayerischen Ministerium für soziale Fürsorge das Referat für Frauenrecht.
19 Uhr: Anita Augspurg (1857-1943)   … war Deutschlands erste promovierte Juristin und setzte sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts für soziale und politische Rechte der Frauen ein. Die Einführung des Frauenwahlrechts war ihr vorrangiges Ziel.

Nach den einzelnen Filmen (jeweils 45 min) besteht die Möglichkeit zum Gespräch. Irmgard Hofer, Vorsitzende der Internationalen Frauenliga /Deutsche Sektion ist ab 15 Uhr anwesend.

Mi., 07.10.2020 , um 19:30 Uhr im Friedensmuseum
Geständnisse eines Atomkriegsplaners – Daniel Ellsberg
Daniel Ellsberg ist wohl der berühmteste Whistle-Blower. Er schmuggelte die Pentagon-Papers aus dem US-Verteidigungsministerium und leistete so einen entscheidenden Beitrag, den Vietnam-Krieg zu beenden. Weniger bekannt ist, dass er auch an der Atomkriegsplanung arbeitete, sogar unter mehreren US-Präsidenten. Bis er den Irrsinn der US-Atomkriegsstrategie erkannte. „The Doomsday Machine“, die Weltuntergangsmachine, nannte er folgerichtig sein Buch. Wir zeigen ein YouTube-Interview mit ihm und sprechen darüber. Diskussionsleitung: Wolfgang Nick

Mo., 12.10.2020 , um 19:30 Uhr
DIDF, Wiesenstraße 86, Nürnberg
Krieg im Jemen – die vergessene Katastrophe
Die größte humanitäre Katastrophe derzeit, gemessen an der Zahl der getöteten, verhungerten, um ihre Chancen gebrachten Menschen, das ist der Krieg im Jemen. Das erklärt die UNO. Er findet praktisch keine Beachtung mehr, obwohl er auch in Corona-Zeiten mit unverminderter Härte fortgesetzt wird. Die ausländischen Akteure sind bekannt, sie heißen Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Iran. Z.B. ist Saudi-Arabien für die Seeblockade und damit für den Hunger verantwortlich. Bisher leider kein Grund, die deutschen Rüstungsexporte dorthin zu stoppen… Doch die Lage ist komplex. Was ist dort wirklich los? Was können wir zur Kriegsbeendigung beitragen? Wir haben den ausgewiesenen Jemen-Spezialisten Matthias Geist (Initiative für Jemen) zu diesem Thema eingeladen. Seine Koreferentin ist Brigitte Obermayer von der Münchner Gruppe der WILPF/ IFFF (Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit).

Do., 22.10.2020 , um 19:30 Uhr im Friedensmuseum
Die Nürnbergerin Dore Meyer-Vax (1908 – 1980) – eine Künstlerin für den Frieden
Dore Meyer-Vax war 1946 Mitbegründerin der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ in Nürnberg, deren 100jähriges Bestehen aktuell mit einer Ausstellung im Friedensmuseum gewürdigt wird. Wer war diese Frau? Als engagierte Künstlerin war Dore Meyer-Vax schon einmal durch ihre Kunst gegen Krieg und Gewalt im Friedensmuseum präsent. Ihr Leben war geprägt durch ihre Verfolgung unter dem nationalsozialistischen Regime, der Vernichtung ihres Frühwerkes im zweiten Weltkrieg,und Zwangsarbeit in ihrer Heimatstadt Nürnberg. Sie blieb unermüdlich in ihrem künstlerischen Schaffen als leidenschaftlichem Appell für den Frieden. Eine Frau, die man kennen sollte!
Elke Winter stellt Dore Meyer-Vax an diesem Abend vor.

Hinweis: Anlässlich des 40. Todestages der Künstlerin gibt es in der Kunstvilla in Nürnberg eine Sonderausstellung vom 24.10.2020-21.2.2021.

Fr., 30.10.2020 , um 16 Uhr
Pellerhaus,  Egidienplatz 23, 90403 Nürnberg
Das Gedächtnis der Friedensbewegung
Wo sind all die Flugblätter, Broschüren und Plakate der Friedensbewegung geblieben? Die Matrizen-Abzüge aus den 50ern und 60ern, die Eigendrucke aus den 80ern? Vieles ist sicher verschollen, doch so manches findet sich in unserem Archiv. Im Friedensmuseum haben wir keinen Platz dafür, sondern in alten Räumen im Pellerhaus. Unser „Archivar“ Dr. Wolfgang Nick begleitet Sie und zeigt Ihnen auch ganz besondere Stücke. TREFFPUNKT: Vor dem Haupteingang des Pellerhauses.

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Buch des Monats

Mein ganz persönlicher Buchtipp, auch zum Schmunzeln!
Von Elke Winter

Elizabeth Foley, Beth Coates:
Was würde Frida tun?
55 Life Lessons von den coolsten Frauen der Weltgeschichte. 2019
,

Verlag Ludwig

War es die Farbe pink, die mich zu diesem Buch gezogen hatte? Oder die provozierende Frage: „Was würde Frida tun?“

Tatsache ist, dass ich beim Lesen und Blättern in diesem Buch so einiges über Frauen aus der Weltgeschichte erfuhr, die ich noch nicht kannte – und die vielleicht jenen eher saloppen Schreibstil brauchen, um bekannt zu werden. Ob es tatsächlich die 55 „coolsten Frauen der Weltgeschichte“ sind, ob die knappen Beschreibungen dem Begriff „Life Lessons“ gerecht werden, vermag jede/r Leser/in selbst beurteilen.

Der Bogen reicht von Frida Kahlo zu Emmeline Pankhurst, über Rosa Parks zu Berta von Suttner. Aber wer kennt schon Kaiserinwitwe Cixi, Phoolan Devi oder Sacagawea…?

Mir gefallen diese Frauen, die in ihrer Zeit und auf ihre Weise selbstbestimmt leben wollten. Sie stellten vorherrschende Frauenrollen in Frage und veränderten sie. Ideengeberinnen für die heutige Zeit?

Das Buch kann im Friedensmuseum ausgeliehen werden.

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Konferenz der Friedensmuseen

Statt mit einer persönlichen Begegnung in Japan, findet die internationale Konferenz der Friedensmuseum vom 16.-20. September diesmal nur online statt. Eine Reise von Mitgliedern unseres Museums war geplant, was nun leider ausfallen muss.
Wer Lust hat, kann mal heineinschauen. Es gibt einige Berichte und Vorstellungen von Friedensmuseen weltweit in Englisch bzw. Japanisch zu sehen. Sicher auch nach der Konferenz.

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Ausstellung Online

Heute empfehlen wir die Ausstellung „Alfred Hermann Fried (1864-1921)“, die wir 2012 im Museum zeigten. Fried ist Friedensnobelpreisträger von 1911 und ein Wegbegleiter von Bertha von Suttner. Wir danken Dr. Walter Göring von der A.H.-Fried-Gesellschaft in Wien, dass wir diese Ausstellung auf diesem Wege zeigen können.

Viel Spaß beim virtuellen Rundgang!

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Besuchen Sie uns im Museum in der Kaulbachstraße 2, 90408 Nürnberg!
Mo. von 17-19, Mi von 15-17 Uhr.

Ihre Redaktion der Kaulquappe des Friedensmuseums Nürnberg

Das Friedensmuseum wird unterstützt von der Stadt Nürnberg.

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