Nürnberg, 21. Juli 2024

Jahresabschluss und Jubiläum

Liebe FriedensfreundInnen,

Der Krieg der russischen Armee gegen die Menschen in der Ukraine entsetzt uns. Erschreckt sind wir aber auch über die Reaktion der NATO und Deutsch­lands: Überall massive Aufrüstung, die Bundes­regierung will modernisierte US-Atombomben(B61-12) so schnell wie möglich ins Land holen und auch gleich superteure F35-Kampfbomber dazu kaufen. Wenn Hochrüstung und Übermacht den Frieden sichern würden, dann hätten wir ihn längst!

Rückblick:

Das Ausstellungsjahr 2022 begann mit unserer selbst erstellten Ausstellung: Die Uhr tickt - abwendbare Katastrophen. Erderwärmung und Atomkrieg bedrohen beide die menschliche Zivilisation und erfordern dringend internationale Kooperation. Stattdessen erleben wir das Gegenteil. Die Poster dieser erfolgreichen Ausstellung wurden und werden auch andernorts gezeigt, z.B. in Fürth, München und kürzlich in Tübingen (s.u.).

Der Atomwaffen-Verbotsvertrag ist einer der wichtigsten friedenspolitischen Fortschritte der letzten Jahre. Hoffen wir, dass die Zahl der Vertragsstaaten auch weiterhin wächst. Zur ersten Konferenz der Vertragsstaaten in Wien wurden vom Friedensmuseum zwei Reisen organisiert, um jungen Studierenden einen Zugang zur Thematik von Atomwaffen, humanitären Auswirkungen und Völkerrechtswidrigkeit zu bieten. Zugleich lernten sie die UNO und wichtige Behörden kennen, die sich mit Abrüstung und Verifikation auseinandersetzen, z.B. die Internationale Atomenergie-Behörde. Diese beiden Fahrten im März und Juni waren für alle sehr lehrreich. Wir haben auch weiterhin Kontakt zu unseren Stipendiat*innen.

Seit dem Herbst präsentieren wir im Museum eine Aus­stellung von Postern der Flüchtlingshilfeorganisation­ Pro Asyl unter dem Titel
„Menschen & Rechte sind unteilbar“.

Hier wird einerseits die historische Entwicklung der Menschen- und Flüchtlingsrechte dargestellt, andererseits - in krassem Gegensatz dazu - die Realität an Europas Grenzen.

Die Ausstellung ist übrigens noch bis zum 1. März 2023 zu sehen. Dazu haben wir auch Veranstaltungen vorbereitet, (s.u.).

Und nun freuen wir uns auf 2023 und
25 Jahre Friedensmuseum

 Ein Team haben wir schon gebildet, das sich mit den Planungen von Highlights beschäftigt. Anfangen wollen wir mit einer Vernissage am 24. März 2023 um 17 Uhr. Wir wollen unser Archiv öffnen und möglichst viele unserer Plakate im Museum zeigen. Übrigens: für unser Jubiläumseröffnung haben wir Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung als Festrednerin gewinnen können. Und für den musikalischen Rahmen haben wir schon etwas ganz besonderes im Blick ... .

Unseren Veranstaltungsschwerpunkt wollen wir uns dem Thema Gewaltfreiheit in einer hochkarätig besetzten Veranstaltungsreihe (sicher auch in Hybrid) widmen. 

Lassen Sie sich also überraschen und schauen Sie in die nächsten KQen ab Januar  2023, dort erfahren Sie vieles mehr. (wie auch in unserem ständig aktualisierten 

Veranstaltungsplan ).

Das Kaulquappenteam wünscht Ihnen und sich ein friedliches Weihnachten und einen gesunden Start ins Neue Jahr. Wir sehen uns bestimmt bei unserem Jubiläum!

Vom 22.12.2022 bis 8.1.2023 ist das Museum geschlossen!

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Veranstaltungen: 

im Friedensmuseum, sofern nicht anders angegeben.

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Mo., 30.01.2023 , um 19:30 Uhr

Jugend mit Hoffnung - vom Leben an der Grenze in Marokko/Mellila

mit Dr. Norbert Dischinger
Schon vergessen? Tägliche Bilder vom Krieg in der Ukraine und Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen, lassen die Situation an der EU-Außengrenze auf dem afrikanischen Kontinent völlig aus dem Blick geraten. Die zu Spanien gehörende Exklave Melilla ist mit einem gigantischen Grenzzaun abgesichert, um Flüchtlinge abzuschrecken. Jugend mit Hoffnung? Dr. Norbert Dischinger, jesuitenweltweit in Nürnberg, war vor Ort und schildert uns in seinem Vortrag seine aktuellen Impressionen. Anschließend besteht die Möglichkeit zu Fragen und zur Diskussion.

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Mi., 08.02.2023 , um 16 Uhr

Lesung: Am Abend vor dem Meer.

Schon vergessen? Bei dem Versuch, sich vor dem Krieg in Syrien 2015 in Sicherheit zu bringen, ertrank Alan Kurdis im Mittelmeer - ein kleiner Junge im Alter von drei Jahren. Sein Schicksal berührte viele Menschen. Ein Rettungsschiff trägt seither seinen Namen. Im Jahr nach Alans Tod starben weitere 4176 Menschen bei dem Versuch, über das Meer in Sicherheit zu kommen... Vom Schicksal Alan Kurdis inspiriert, widmet der Autor Khaled Hosseini - selbst ein Afghanischer Flüchtling - dieses Buch den Tausenden von Flüchtlingen, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung im Meer ertrunken sind.
Elke Winter wird das Buch und seine Geschichte vorstellen. Ab 15 Uhr besteht die Möglichkeit, die Ausstellung "Menschen & Rechte sind unteilbar" anzuschauen." Auch hier geht es um Menschen auf der Flucht."

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Di., 14.02.2023 , um 19:30 Uhr

Menschen & Rechte sind unteilbar - wie sieht die Menschenrechtssituation in Nürnberg aus?

mit Martina Mittenhuber
Frau Martina Mittenhuber ist Leiterin der Stabsstelle für Menschenrechte & Gleichstellung der Stadt Nürnberg. Sie wird in ihrem Vortrag über die Menschenrechtssituation in Nürnberg informieren. Fragen die uns u.a. bewegen: wie werden Flüchtlinge und Asylsuchende in Nürnberg aufgenommen? Welche Probleme gibt es - und wie sehen Unterstützungsmöglichkeiten aus? Gibt es Unterschiede zwischen Kriegsflüchtlingen und Asylsuchende?"

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Mi., 22.02.2023 , um 16 Uhr

Unvergessen: Sophie Scholl

Wir kennen sie als Mitglied der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", die sich gegen Hitler und für ein Ende des zweiten Weltkrieges einsetzte. Beim Flugblattverteilen in der Universität München wurde Sophie Scholl erwischt, und zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 22. Februar 1943 vollstreckt.
Conny Marion und Elke Winter erinnern am 80.Todestag an diese lebensfrohe, junge Frau und spüren nach, was Sophie Scholl auch heute noch so besonders macht. Es besteht die Möglichkeit, ab 15 Uhr die Ausstellung "Menschen & Rechte sind unteilbar" anzuschauen."

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Bitte vormerken:

Fr., 24.03.2023 , um 17 Uhr
Vernissage Jubiläumsausstellung 25 Jahre Friedensmuseum
mit Festvortrag: Sabine Schiffer

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Zum Lesen an den kalten Tagen

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Ziviler Ungehorsam

Richard Rohrmoser: Sicherheitspolitik von unten

"Ziviler Ungehorsam gegen die Nuklearrüstung in Mutlangen 1983-1987" heisst der etwas sperrige Untertitel dieses dicken Buches (ca. 460 Seiten). Es handelt sich um die umgearbeitete und gekürzte Dissertation des Autors (2019), eines Zeithistorikers mit Schwerpunkt Historische Friedensforschung. Entsprechend hoch darf der Anspruch sein. Seine wesentliche Quelle waren 23 "Zeitzeugeninterviews", mit ehemaligen Blockierern, mit der "Dauerpräsenz" in der Pressehütte wie mit dem "bürgerlichen" Verein "Friedens- und Begegnungsstätte", aber auch mit Anwohnenden und Gemeindevertretern.

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Richard Rohrmoser: Antifa

Richard Rohrmoser: Antifa

 

"Portrait einer linksradikalen Bewegung" nennt der Autor sein Buch. Er ist ein Zeithistoriker mit dem Spezialgebiet historische Friedens- und Konfliktforschung. Für einen kurzen Überblick ist das Büchlein sicher geeignet. Man wünschte sich allerdings ein Register, das den Gebrauchswert stark erhöhen würde.

 

 

Die Antifa-Geschichte beginnt mit dem Faschismus, also in den 1920er Jahren, als die Arbeiterbewegung sich von Anfang an zu wehren begann, in Italien wie in Deutschland.

 

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Im November fand bei IMI in Tübingen eine wichtige Konferenz zum Thema Zeitenwende mit vielen interessanten Hintergrundberichten: 
https://www.imi-online.de/2022/11/25/kongressbericht-zeitenwenden-ukraine-krieg-und-aufruestung/

Hören Sie hier einzelne Vorträge:: 
https://www.imi-online.de/2022/12/07/audios-vom-kongress-zeitenwende/
Übrigens: bei der Konferenz wurde auch unsere Plakatversion unserer Ausstellung "Die Uhr tickt - Abwendbare Katastrophen" gezeigt. Sie kam sehr gut an und mit vielen Besuchern kamen wir darüber in den Konferenzpausen ins Gespräch.

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Mo. von 17-19, Mi von 15-17 Uhr. und jeden 1. Sa. im Monat von 15-17 Uhr. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln

Ihre Redaktion der Kaulquappe des Friedensmuseums Nürnberg

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