Nürnberg, 21. Juli 2024

 Liebe FriedensfreundInnen,

Bevor das "verrückte" Jahr 2020 zu Ende geht, möchten wir über unsere Aktivitäten berichten und uns für Ihre Unterstützung bedanken.
Es begann mit
Unaufhörlich für den Frieden – 100 Jahre IFFF,
einer Leihgabe der "Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit" in München. Diese weltweite Organisation geht auf einen internationalen Friedenskongress von Frauen in Amsterdam im Jahre 1915, also mitten im Ersten Weltkrieg zurück. Die Ausstellung zeigte, wie sich die IFFF seither eingemischt hat, in der Weimarer Republik, aber auch in den Friedenskampagnen in der Bundesrepublik. Ein mustergültiges Beispiel für beständiges Eintreten für den Frieden, ganz auf der Linie des Friedensmuseums, das ja die Geschichte der Friedensbewegung darstellen möchte.
Leider kam dann die Covid-Krise!
Nur wenige haben die Ausstellung in unserem Museum sehen können. Also stellten wir alles online, wie auch so manch andere, ältere Ausstellung. Unser Veranstaltungsprogramm wurde Makulatur, manche Veranstaltung musste verschoben werden. Der Vortrag von Barbara Lochbihler "Frauenrechte sind Menschenrechte" konnte online verfolgt werden.

Wegen Corona fand die Mitgliederversammlung nur schriftlich statt. Das Ergebnis:
Der Vorstand hat sich verjüngt! Wolfgang Hauf ist aus gesundheitlichen Gründen
ausgeschieden. Seine Nachfolgerin ist Victoria Persson, die bisher im Archiv
mitgearbeitet hat.

In Zeiten von Corona spielten plötzlich Militär, atomare Rüstung, selbst die wachsende Klimakatastrophe keine Rolle mehr in der Öffentlichkeit. Das brachte uns auf die Idee, die nächste Ausstellung diesen zu Unrecht "vergessenen" existenziellen Katastrophen zu widmen.
Diese neue Ausstellung mit dem Titel:
Die Uhr tickt. Abwendbare Katastrophen: Erderwärmung und Atomkrieg,
wurde am 14. November eröffnet. Allerdings konnte das leider nur ohne Publikum im Museum geschehen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen – wir bemühen uns, Ihnen möglichst viel auf digitalem Wege zugänglich zu machen. So können Sie auf unserer Webseite kurze Einführungsvideos zu den Teilen der Ausstellung finden, außerdem natürlich die Ausstellungstafeln selbst. Wir konnten die Ausstellung der Presse vorstellen. Vielleicht haben Sie es ja in der NN gelesen? Auch überregional wurde berichtet.
Wir wollen zukünftig noch mehr Veranstaltungen auf digitale Weise durchführen, auch in der Hoffnung, so vermehrt jüngere Menschen für den Frieden und unser Museum zu gewinnen. Ein Beispiel wird es in Kürze, nämlich am 28. Dezember, geben (s.u.)

Wir sind uns zugleich bewusst, dass wir viele Mitglieder und FreundInnen haben, die ein Museumserlebnis lieber live haben möchten. Auch uns ist der persönlihce Kontakt wichtig. Sowie die Umstände das erlauben (vermittelt über H. Söder), wollen wir Ihnen natürlich diese hochaktuelle Ausstellung im Museum zeigen und persönlich erläutern, und ebenso auch Veranstaltungen anbieten.
Wir lassen uns nicht unterkriegen! Umso mehr, als es aktuelle Meldungen vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut gibt, dass das letzte Jahr riesige Profite für die weltweite Rüstungsindustrie gebracht hat. Offensichtlich läuft im Windschatten der Covid-Krise dies Geschäft besonders gut...

Um unser Friedensmuseum weiter zu entwickeln, brauchen wir Ihre Unterstützung:
Ihre Spende hilft uns, weiter zu machen! Vielen herzlichen Dank!
Unsere Kontodaten finden Sie am Ende dieser Kaulquappe.
Ebenso freuen wir uns, wenn Sie uns aktiv unterstützen, vielleicht sogar Mitglied (40€/Jahr) werden oder neue Mitglieder werben könnten.

Im Namen des gesamten Vorstandes wünscht das Kaulquappenteam Ihnen 

ein schönes Weihnachtsfest und
uns allen ein gesundes, friedliches Neues Jahr 2021.

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Wir trauern um einen lebenslang aktiven Pazifisten, unser Mitglied Heiner Häberlein.

Sein pazifistisches Engagement war umfassend, davon möchte ich hier nur ein paar Aspekte aufzählen: von der Bergpredigt über den Vietnam-Protest und die eigene Kriegsdienstverweigerung zur Arbeit in der Deutschen Friedensgesellschaft, vom Protest gegen die selbstmörderische Aufrüstung Mitteleuropas mit Atomraketen zur blockübergreifenden Aktion "Olof-Palme-Friedensmarsch". Sobald der "Eiserne Vorhang" gefallen war, versuchte er, Schülerbegegnungen zwischen Bayern und Tschechien anzustoßen, ein Projekt, mit dem er anfangs große bürokratische Schwierigkeiten erlebte. Später wurde er umso mehr dafür geehrt.

Abschließend ein Absatz aus seiner Dankesrede für den Friedenspreis 2000 der bayerischen DFG-VK  "Wahrscheinlich bin ich ein unverbesserlicher Optimist, wenn ich die Vision habe, dass es vielleicht langfristig doch gelingt, Armeen überflüssig zu machen und sie eines Tages abzuschaffen, weil sie zur Lösung von Konflikten und Zukunftsproblemen gar nicht mehr brauchbar sind. Und vielleicht ist die Vorstellung doch nicht so ganz absurd, dass in der Zukunft anstelle von Soldatenkontingenten internationale zivile Korps in Konfliktgebiete entsendet werden, die in Strategien gewaltfreier Konfliktlösung denken und handeln... Aus Schwertern werden dann Pflugscharen, weil das Militär technisch umgerüstet wird zu einem zivilen technischen Hilfsdienst. Ein mobiles internationales Einsatzkommando zum weltweiten Umweltschutz kann entstehen... Die Filmhelden der Kinder sind dann nicht mehr irgendwelche Hollywood-Rambos, sondern die Actiondarsteller/Innen von internationalen Konfliktschlichtereinsätzen, nicht die Terminatoren sind mehr gefragt, sondern die Mediatoren."

Heiners utopischer und realistischer Pazifismus wird uns fehlen.

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75. Schöpfungsgebet im Nürnberger Reichswald 

Wir gratulieren dem Aktionsbündnis für ihr jahrelanges Ausharren und Widerstand gegen ein unnötiges Projekt, eine Autobahnanbindung zum Flughafen quer durch einen Bannwald zu bauen. Der Erfolg ist ihnen beschieden, ganz nach dem Vorbild im Protest gegen die WAA in Wackersdorf in der 1980er Jahren.

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Online-Veranstaltung

am Mo., 28.12.2020 um 19 Uhr

Gast: Erik Stenzel

Zwischen den Jahren möchten wir Sie zur ersten Ausgabe unserer Gespräche auf geteiltem Sofa einladen. „Geteilt“ ist das Sofa, weil die Gesprächspartner*innen nicht zusammensitzen dürfen. Aber das soll die Gesprächsatmosphäre nicht stören, wenn sie sich über Video unterhalten, jede*r bequem zuhause sitzend.
Warum am Montag, den 28.12. ? Es gibt jetzt, vor Weihnachten, gerade so viel Termine für die Umwelt- wie für die Friedensbewegung, so dass es immer zu Terminkollisionen kommt. In der Woche nach Weihnachten ist nicht damit zu rechnen. Aber alle sitzen zu Hause im Lockdown. Kein Urlaub, keine Party… aber eben doch unser Gespräch.
Die Gespräche sollen helfen – ganz im Sinne unserer Ausstellung – Friedens- und Umweltbewegung zu vernetzen, denn das ist unsere große Aufgabe. Wir laden Menschen ein, die für die verschiedenen Aspekte von Bewegungen stehen. Den Anfang macht Erik Stenzel. Er nennt sich selbst „klimapolitischer Liedermacher“ und hat hier schon viele Demos von Fridays for Future begleitet. Gegenwärtig findet man ihn meist im Klimacamp auf dem Sebalder Platz. Was bewegt ihn, bei der Kälte draußen auszuharren? Was denkt er, wie Vernetzung gehen könnte? Was könnten unsere nächsten Ziele sein in Nürnberg?
Wir streamen unser Gespräch auf YouTube, auf unserem Kanal https://www.youtube.com/user/friedensmuseum . (Einfach kurz vor Beginn diesen Link anklicken). Sie möchten Erik etwas fragen oder an der Diskussion teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach im Chat, was sie bewegt! Wir werden darauf eingehen. (Und wir erklären am Anfang nochmal alles).
Übrigens: wer will, kann die Sendung auch auf dem Fernsehgerät ansehen, da ist ja vielfach Youtube schon „eingebaut“ oder über Adapter verfügbar.

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2 Buchtipps des Monats von Elke Winter

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Dietrich Bonhoeffer: Von guten Mächten wunderbar geborgen

Dietrich Bonhoeffer: Von guten Mächten wunderbar geborgen

mit Aquarellen von Andreas Felger

Ein Buch, das gut tut: Ein Buch voller Poesie, wunderbaren Farben, kurzen, nachdenklichen Texten. Mit immer wieder verblüffender Aktualität zum Thema Frieden. "Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. …

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n-lite: Frauen & Kinder im Visier der Nazis

n-lite: Frauen & Kinder im Visier der Nazis

Mit Beiträgen von Annette Dahms & Gabi Müller-Ballin Informativ, aufrüttelnd und berührend: Im ersten Teil des Themenheftes geht es um mutige Nürnberger Frauen, die es im Gedächtnis der Stadt zu verankern gilt. Annette Dahms stellte im März diesen Jahres im Friedensmuseum Nürnberger Frauen im Widerstand gegen den Faschismus vor. Im Laufe ihrer intensiven, oft sehr mühsamen Forschungsarbeiten fand sie über 200 widerständige …

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Besuchen Sie uns im Museum in der Kaulbachstraße 2, 90408 Nürnberg!
Mo. von 17-19, Mi von 15-17 Uhr. und jeden 1. Sa. im Monat von 15-17 Uhr. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln

Ihre Redaktion der Kaulquappe des Friedensmuseums Nürnberg

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