Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!

Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!

Im Dietz-Verlag hat Klaus Gietinger ein sehr persönliches Buch über Karl Liebknecht vorgelegt. Im Mittelpunkt steht der Antimilitarist, der schon 1904 forderte, antimilitaristische Jugendpolitik in das Zentrum des sozialdemokratischen Wirkens zu rücken. Die SPD folgte ihm nicht, für sie war der preußische Militarismus ein Nebenwiderspruch (auch Rosa Luxemburg war damals nicht an seiner Seite). 1907 erschien seine Schrift „Militarismus und Antimilitarismus“, die ihm einen Hochverratsprozess und Festungshaft einbrachte. Es blieb nicht die letzte Gefängnisstrafe: packend schildert der Autor den Weg der (Mehrheits-)SPD zur Kriegspartei 1914. Jetzt erst findet Liebknecht zu den anderen Kriegsgegnern um Luxemburg. 4 Jahre hat er noch zu leben, zwischen Gefängnis, Schützengraben (er weigert sich zu schießen), Reichstag und konspirativen Treffen mit den streikenden Rüstungsarbeitern in Berlin.Man merkt, dass der Autor Gietinger u.a. für den „Tatort“ schreibt – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Doch der erste Teil, die Biografie ist nur Hinführung zum 2., den Originalquellen mit einer Auswahl aus den wichtigsten antimilitaristischen Schriften Liebknechts sowie Stellungnahmen Dritter. Wie schreibt der Autor? „Es ist höchste Zeit, Karl Liebknecht wieder aus der Versenkung zu holen. Kein Linker und keine Linke hat mehr gegen Militarismus, gegen Rüstungskapital und Krieg gekämpft und kaum einer hat als Linker die marxsche Theorie schärfer kritisiert als er.“

Grundrechte-Report 2021

Grundrechte-Report 2021

Als Teil einer zivilrechtlichen Öffentlichkeit dokumentiert der Grundrechte-Report seit 1997 jährlich den Umgang mit Bürger- und Menschenrechten in Deutschland. Kritisch analysiert werden staatliche Institutionen, deren Handeln Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gefährden bzw. verletzen. Herausgegeben wird der Grundrechte-Report von zehn Bürgerrechtsorganisationen.
Sein Hauptaugenmerk richtet die 25. Ausgabe des Reports auf die Auswirkungen der Pandemiebekämpfung auf Freiheits- und Gleichheitsrechte. Wie immer geht es jedoch auch um die – z.T. Bereits vergessenen – Themen im Bereich Rassismus, Asyl, Gleichstellung und Überwachung.