P.V. Rajagopal: Reise in ein anderes Indien

P.V. Rajagopal: Reise in ein anderes Indien

Der Autor, Rajagopal (Rajaji), geboren 1948 in Kerala, sieht sich in der Tradition Gandhis. Seit etwa 1990 organisiert er die Kämpfe indischer Adivasi (sog. Ureinwohner, die nicht zur Hindu-Mehrheitsgesellschaft gehören). Vorwiegende Kampfform sind dabei wochenlange Fußmärsche (Yatra) quer durch das Land. Trotz fortschrittlicher Gesetzgebung und trotz Landreformen werden die Adivasi nämlich immer noch an den Rand gedrängt in den Dörfern. Vielfach wird ihnen ihr Land einfach weggenommen oder Gesetze werden nicht angewandt. Die Märsche und die damit verbundenen Versammlungen können die Stimmung in den Dörfern oft zu Gunsten der Adivasi drehen. In diesem Buch nun, einem „Reisetagebuch“ beschreibt Rajagopal nun die Erfahrung solcher Märsche. Übrigens – aufmerksame Besucher*innen des Friedensmuseums wissen es bereits – Im Oktober 2019 startet ein einjähriger Marsch von Indien nach Genf, an den Europäischen Sitz der vereinten Nationen, um die Zusammengehörigkeit er weltweiten Kämpfe für Gerechtigkeit zu betonen (One Planete, One People) : Jai Jagat 2020.

Neues von gestern Frisches für morgen

Neues von gestern Frisches für morgen

Das Buch ist ein Geschenk unserer Freund*innen aus Hanau/Bruchköbel. Sein Thema: 200 Jahre Ringen um demokratische Teilhabe am Beispiel der hessischen Provinzstadt, vom Kampf gegen Fürstenwillkür 1820 bis zum Niedergang der SPD 2020. Freilich, die SPD steht schon arg im Zentrum dieser Geschichte, bei aller Kritik von links. Stark dagegen die Kapitel vom Kampf gegen die erstarkenden Nazis. Die Autorin Ilse Werder war lange Zeit Journalistin bei der Frankfurter Rundschau. Natürlich beschreibt sie auch den Nuklear-Filz der beiden Hanauer Atomfabriken Alkem und Nukem – aber die bundesweite Protestbewegung gegen das Plutoniumlager kommt praktisch nicht vor. Trotzdem: Man nimmt es gerne in die Hand, das reich bebilderte Buch!