Heute vor 67 Jahren: der größte US-Atomwaffentest!

Der 1. März heißt deshalb auch: Nuclear Victims Remembrance Day, Tag der Erinnerung an die Opfer der Atomtests.  Die Wasserstoffbomben-Explosion am 1. März 1954 mit dem Codenamen „Castle Bravo“ wurde auf Bikini (ein Atoll der Marshall-Inseln) gezündet. Dabei wurde etwa 1000 mal soviel Energie freigesetzt wie durch die Atombombe von Hiroshima. Dieser Test hatte katastrophale Folgen für die Inselbewohner, aber auch weltweit konnte der radioaktive Fallout gemessen werden. Wie kam die Bewegung gegen diese Atomtests zustande. Da ist zu allererst das Segelboot „Golden Rule“ zu nennen. (Die „Goldene Regel“ sagt: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!) Schon 1958 wollte eine Crew von amerikanischen Anti-Atomwaffen-Aktivisten (Albert Bigelow, George Willoughby, William Huntington and David Gale) damit ins amerikanische Testgebiet bei Eniwetok segeln, doch es gelang nicht, es gab extrem schlechtes Wetter und viele Probleme mit dem Boot. Beim zweiten Anlauf erreichten sie Honolulu, dort wurde die Crew verhaftet und verurteilt. Doch dies war letztlich keine Niederlage, denn es gab einen großen öffentliche Aufschrei. Die „Golden Rule“ wurde zur Inspiration für viele Anti-Atomtest-Aktivisten!  In den folgenden Jahrzehnten protestierten viele weitere Schiffe durch gewaltfreies Eindringen in Testgebiete gegen Atomtests und schufen Öffentlichkeit für die ansonsten weit abgelegenen Inseln und ihre Bewohner. Das bekannteste Beispiel wurde die „Greenpeace“, ein umbenannter Fischkutter, der 1971 – also vor 50 Jahren – in Richtung auf das US-Testgebiet vor Alaska in See sticht.

Wer sagt denn, dass ein Atomwaffenverbotsvertrag „nichts“ bringt?

Wer sagt denn, dass ein Atomwaffenverbotsvertrag „nichts“ bringt?

Da erhält man oft die Antwort: „Was bringt das denn, solange die Atomwaffenmächte nicht mitmachen!“ Dazu eine aktuelle Antwort von den USA, in Form einer ungewöhnlichen diplomatischen Initiative! Die ICAN-Kampagne ist ja kurz vor dem Ziel: bis heute (22.10.) haben 47 Staaten den 2017 von der UN-Vollversammlung mit 2/3-Mehrheit beschlossenen Vertrag ratifiziert. Bei 50 Ratifikationen wird der Vertrag völkerrechtlich in Kraft treten, und das könnte in den nächsten Tagen passieren! Die Atomwaffenstaaten USA, Russland, England, Frankreich und China sind sich hier einmal einig: dieser Vertrag soll ihrer Meinung nach keine völkerrechtliche Bedeutung bekommen, auch wenn noch so viele Nicht-Atomwaffenstaaten dies wünschen. Offensichtlich sind sie sich aber doch nicht so sicher, denn: Die USA haben gerade eine ganz ungewöhnliche diplomatische Aktion gestartet. Laut AP News haben sie die bisherigen Unterzeichner des Vertrags angeschrieben und aufgefordert, ihre Unterschrift zurückzuziehen! Die Vorsitzende von ICAN, Beatrice Fihn, erklärt dazu: Der „neue“ Atomwaffenverbotsvertrag steht keineswegs im Widerspruch zum „bewährten“ Atomwaffensperrvertrag von 1970. Dieser will die Ausbreitung der Atomwaffen begrenzen, die Atomwaffenbesitzer haben sich darin zur atomaren Abrüstung verpflichtet. Was schadet da der „neue“ Atomwaffenverbotsvertrag, der die völkerrechtliche Ächtung dieser Waffen bewirkt? Vielmehr zeige die hektische Aktivität der USA, dass sie langsam nervös werden, weil die internationale öffentliche Meinung zu Atomwaffen kippen könnte. — Bei ICAN bereitet man sich jedenfalls auf die 50. Unterschrift vor und damit das baldige Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags (genauer: 90 Tage danach). Wenn das passiert, werden wir (=Friedensmuseum Nürnberg) Sie an dieser Stelle darüber informieren.