22. Januar 2021: Atomwaffen sind verboten!

22. Januar 2021: Atomwaffen sind verboten!

Jetzt ist es so weit: Atomwaffen sind durch völkerrechtlichen Vertrag geächtet, ebenso wie Biowaffen seit 1972, C-Waffen 1993, Minen 1997 und Clustermunition 2008. Jahrelang hatten viele Engagierte dafür gekämpft, Lobbyarbeit gemacht, weltweit Unterschriften gesammelt. ICAN, die Internationale Kampagne für die Abschaffung der Atomwaffen, hat 2017 dafür den Friedensnobelpreis erhalten – und das Friedensmuseum ist eine der 600 internationalen Partnerorganisationen von ICAN. Dies ist ein wichtiger Meilenstein hin zu einer Welt ohne Atomkriegsbedrohung. Seit dem Beschluss der UN-Vollversammlung am 7.7.2017 lag dieser Vertrag zur Unterzeichnung und dann Ratifikation bei der UN in New York aus. Inzwischen haben 50 Staaten ihre Ratifikationsurkunde hinterlegt, zuletzt Honduras am 24. Oktober 2020. 90 Tage danach tritt der Vertrag in Kraft, das ist jetzt erreicht. Deshalb werden am 22. Januar 2021 in ganz Europa ICAN-Fahnen aufgehängt: Nuclear Weapons are BANNED! Atomwaffen sind VERBOTEN! Die internationale Ablehnung der Atomwaffen ist groß. In absehbarer Zeit werden wohl 3/4 der UN-Mitglieder dabei sein. Der „Rest“, das sind die Nuklearmächte und diejenigen, die sich unter ihrem „Atomschirm“ befinden. Die Aufgabe der kommenden Jahre wird sein, hier zunehmend Druck zu entfalten, um die internationale Norm durchzusetzen. Für uns ist die wesentliche Forderung, dass • Deutschland dem Atomwaffen-Verbotsvertrag endlich beitritt und • die „nukleare Teilhabe im Rahmen der NATO“ beendet wird. Das mag schwierig scheinen, doch es ist nicht unmöglich. Das Friedensmuseum wird am 29. Januar eine Online-Veranstaltung durchführen, um über die Details des Vertrags zu informieren und die Möglichkeiten darzustellen, wie er weltweit umgesetzt werden kann.

The Ecological Impact of Militarism

Ein Online-Buch von Scales Avery, John Nicht nur im Friedensmuseum, wo wir im November 2020 unsere Austellung „Die Uhr Tickt – Abwendbare Katastrophen“ eröffnet haben, wird der Einfluss des Militärs, sowie das Atomkriegsrisiko auf die Umwelt thematisiert. Auch im neuen Buch von Dr. Scales Avery „The Ecological Impact of Militarism“ von 2020 werden diese lebensbedrohlichen Tatsachen thematisiert. Scales Avery skizziert die Konsequenzen des Militarismus auf das ökologische System. Es werden sowohl konkrete Beispiele gezeigt, als auch festgestellt, dass Krieg jetzt eine Institution ist. Die heutige Gesellschaft und Wirtschaft ist davon abhängig, dass Waffen für Kriege hergestellt werden. Es werden Kriege geführt, in denen Zivilisten und die Umwelt die größten Opfer sind, aber nichts davon gewinnen können. Vorgestellt werden wissenschaftlich geprüfte Lösungen. Wir haben als Menschheit eine große Herausforderung vor uns, in dem wir eine kriegsunabhängige Wirtschaft kreieren müssen. Das Geld, dass bisher für Kriege verwendet wurde, muss in Projekte reinvestiert werden, die die Menschheit und die Umwelt retten können. Das Buch ist in englischer Sprache verfasst und ist hier online frei verfügbar: http://eacpe.org/app/wp-content/uploads/2020/09/The-Ecological-Impact-of-Militarism-by-John-Scales-Avery.pdf – Victoria Persson