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Nürnberg, 19. Dezember 2025

Für ein friedvolles 2026

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedensmuseums,
liebe UnterstützerInnen unseres Vereins!

Zum Jahreswechsel möchte ich mich wieder einmal an Sie wenden, um mich für Ihre Unterstützung zu bedanken und einen Überblick über das vergangene Jahr zu geben.
Wir begannen das Jahr mit der Kindersoldaten-Ausstellung von Pax Christi (München). Ich hoffe, sie haben die Gelegenheit genutzt, diese anzuschauen: unsägliche Zustände in vielen der „kleinen“ Kriege in der ganzen Welt, die allerdings nie die nötige Aufmerksam-keit unserer Medien bekommen. Und die Rolle Deutschlands dabei: es sind illegale (oder schlecht überwachte) Waffenexporte deutscher Rüstungsfirmen, die das ermöglichen. All das ist ein Bruch der Kinderrechts-Konvention, die Deutschland unterzeichnet hat.
Mit der darauf folgenden Ausstellung „Gegen den kommenden Krieg!“ seit Sept. ‘25 sind wir ganz aktuell. Diese Ausstellung mit Kunstwerken des Vereins „Kunst für Frieden“ (Regensburg) basiert auf einer Wanderausstellung von engagierten Künstlern des Jahres 1958!
Was hat das mit uns heute zu tun? Damals ging es darum, ob die Bundeswehr mit Atomwaffen ausgerüstet werden sollte. Dagegen protestierten 18 renommierte deutsche Atomwissenschaftler, darunter die Nobelpreisträger Hahn und Heisenberg: „Für ein kleines Land wie die Bundesrepublik glauben wir, dass es sich heute noch am besten schützt und den Weltfrieden noch am ehesten fördert, wenn es ausdrücklich und freiwillig auf den Besitz von Atomwaffen jeder Art verzichtet.“ (Göttinger Manifest).
Bundeskanzler Adenauer akzeptierte diesen Rat nicht. Es entstand die Kampagne „Kampf dem Atomtod!“, die Hunderttausende protestierend auf die Straße brachte. Und der DFG-Vorsitzende Niemöller prägte den Spruch: „Wir werden nicht Ruhe geben, solange der Atomtod unser Volk bedroht!“
Die berechtigte Angst vor einem Atomkrieg, der Deutschland völlig zerstören würde, das vermisse ich in der heutigen Situation. Wir sehen überall zunehmende militärische Konfrontation, der Ukraine-Krieg kann jederzeit eskalieren, der letzte atomare Rüstungskontrollvertrag wird in zwei Monaten auslaufen – und da sollen bis Russland reichende Hyperschall-Mittelstreckenraketen in Deutschland aufgestellt werden! Wie gefährlich das ist, das haben wir schon in den 1980er Jahren erkannt, als die USA die damals modernsten Atomraketen (Pershing-2) in Deutschland stationierten: die Friedens­bewegung mobilisierte riesige Demos – allein 300,000 Menschen nahmen an der Menschenkette von Stuttgart nach Ulm teil.
Bei den ersten Manövern wusste die Sowjetunion nicht, ob es sich vielleicht um die Vorbereitung eines Erstschlags handelte, wie leicht hätte das schief gehen können! Glücklicherweise wurde die Gefahr damals entschärft, nicht zuletzt aufgrund der Initiative von Gorbatschow. Der INF-Vertrag wurde mit US-Präsident Reagan geschlossen – und alle gefährlichen Atomraketen wurden beiderseits abgerüstet! Das ist möglich! Die Vertrauens­bildung zwischen Ost und West und führte zum Ende des Kalten Kriegs und zur deutschen Vereinigung.
Und heute? Die Lage ist objektiv viel gefährlicher als damals. Aber es gibt so gut wie keine öffentliche Diskussion, es gibt kein Verhandlungsangebot, um die Stationierung zu vermeiden, nichts, was deeskalierend wirken könnte.
Wir, das Friedensmuseum, wollen da aktiv werden: informieren, bewusst machen, warnen - nicht nur mit unserer Ausstellung, sondern auch im Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ und in der Kampagne „friedensfähig statt erstschlagfähig!“.
Wir alle wissen, wie schwierig es inzwischen geworden ist, öffentlich gegen Gewalt, Militarisierung, Aufrüstung und Krieg, für Frieden und Abrüstung zu reden. Schnell wird man in die russische Ecke gestellt, es scheint, als wären die Gehirne seit der „Zeiten-wende“ umgepolt worden. Aber es gibt keinen gerechten Atomkrieg, er muss auf alle Fälle vermieden werden, egal wer begonnen hat. Vernunft bedeutet nicht, ein Russland-Freund zu sein!
Wir möchten unsere Orientierung auf Gewaltfreiheit, den Vorrang für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, Kooperation und Vertrauensbildung - und natürlich Risikoreduzierung durch Abrüstung und Verbot bzw. Abzug aller Massenvernichtungswaffen beibehalten – gerne mit Ihrer Unterstützung.
Unsere Konto-Nummer für Spenden ist hier:
Friedensmuseum Nürnberg, IBAN= DE31 5206 0410 0005 3915 80

Dann wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Vorstands
schöne Festtage und einen guten Rutsch in ein friedvolleres Neues Jahr 2026

Wolfgang Nick
Schatzmeister Friedensmuseum Nürnberg e.V.
(Foto: Gesa Will)
Eine ganz besondere Einladung gilt für den Besuch einer Ausstellung in Fürth. Die Künstlerin und Friedensfreundin Gesa Will hat die "singende Revolution" in den baltischen Ländern von 1989 mit 65 Tonfiguren geformt.
Nähere Infos hier . Eine besondere Führung bieten wir am 13. Januar um 15 Uhr an.

mit friedlichen Grüßen
Ihr Kaulquappenteam.
(Foto: Elke Winter)

neues Buch des Monats

Rolf Cantzen: Deserteure: Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht

....diese umfassende Darstellung der Desertion von den Römern bis heute - spannend geschrieben und doch wissenschaftlich fundiert...Kurz: das Buch ist ein Muss für alle, die sich dem zunehmenden Militarismus widersetzen wollen!

Mehr erfahren
Rolf Cantzen: Deserteure: Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht

Veranstaltungen

Di., 13.01.2026 , 15 Uhr, kultur.lokal.fürth, Bahnhofplatz 2, Fürth

Ausstellungsbesuch: "Die singende Revolution"

"Die singende Revolution" symbolisiert den Widerstand von 1989 der drei baltischen Sowjetrepubliken mit einer 600km langen Menschenkette. Die Menschen erreichten damit gewaltfrei die Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
Die Künstlerin Gesa Will hat diese Aktion in 65 Tonfiguren umgesetzt. Sie zeigt damit Möglichkeiten von gewaltfreien Widerstand auf, auf die sie in Ihrer Ausstellung eingeht.
Gesa Will führt uns durch die die Ausstellung und wird uns über den Entstehungsprozess erzählen.
Die Ausstellung ist vom 8.-20.1.2026 zu sehen.
Weitere Infos hier
Der Ausstellungsraum kultur.lokal.fürth befindet sich gegenüber dem Fürther Bahnhof (Neben Cafe Beck).

Fr., 16.01.2026 , 16 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Erzählcafé mit Müttern gegen Atomkraft

1986: die Atomkatastrophe von Tschernobyl erschütterte insbesondere junge Mütter, die sich um ihre Kinder wg. verstrahlter Nahrung sorgten. Doch die Sorge schlug um in Wut und die Gründung einer Initiative. Barbara Geier-Häckh und Marion Grau waren dabei. Beim Erzählcafé berichten sie von den Anfängen bis zu den heutigen Themen rund um die Gefahren mit Atomkraft, die mit der Katastrophe von Fukushima einen weiteren "Höhepunkt" hatte. Das Gespräch führt in bewährter Weise Christine Mößner.

Mo., 19.01.2026 , 17-21 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Lange Nacht der Friedenskunst

Während Museen üblicherweise montags Ruhetag haben, öffnet das Friedensmuseum länger als üblich. Nutzen Sie diese Gelegenheit, die aktuelle Kunstausstellung "Gegen den kommenden Krieg" in einer besonderen Atmosphäre zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Do., 22.01.2026 , 11-14 Uhr, Nürnberg , Altstadt

Mahnwache zum 5. Jahrestag AVV

Vor 5 Jahren beschloss die UN den Atomwaffenverbotsvertrag. Mit zuletzt Ghana und Kirgistan haben inzwischen 99 Staaten weltweit, das sind mehr als die Hälfte aller UN-Staaten, den Vertrag unterschrieben, ratifiziert oder sind ihm beigetreten - ein historischer Durchbruch auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, Endlich diesem Vertrag beizutreten.
Der genaue Ort der Mahnwache wird noch bekannt gegeben.

Mi., 28.01.2026 , 16 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Friedenscafé: Die Künstlerin Eva Schwimmer (1901-1986)

Neben Dore Meyer-Vax ist mit Eva Schwimmer eine weitere Künstlerin in unserer Kunst-Ausstellung "Gegen den kommenden Krieg" mit 2 Bildern vertreten. Wer kennt diese Künstlerin mit ihrem wechselhaften Leben: von den Nazis verfemt, in der DDR nicht willkommen ...? Mit ihrer kraftvollen Kunst im "Kampf gegen den Atomtod" berührt sie uns heute noch.
Elke Winter wird sie uns näher vorstellen.

Fr., 30.01.2026 bis Sa., 31.01.2026,
Nachbarschaftshaus Gostenhof, Nürnberg, Adam-Klein-Str. 6

Friedenskonferenz

Mit der Konferenz wollen wir die Verständigung zwischen Friedensaktiven und Gruppen in der Region Nordbayern fördern. Entsprechend dem Motto "Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus" möchten wir zur Vernetzung und zu gemeinsamen Aktivitäten anregen.
weitere Infos unter https://friedensforum-nuernberg.de/
Veranstalter: Nürnberger Friedensforum

Mi., 25.02.2026 , 16 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Friedenscafé: Geschwister Scholl

Wir gedenken Hans und Sophie Scholl, die am 22. Februar 1943 von dem nationalsozialistischen Regime ermordet wurden.
Mit Elke Winter.

Mi., 18.03.2026 , 16 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Friedenscafé: Grundrechte-Report 2025

Der neue Grundrechte-Report befasst sich unter Anderem mit Fällen von tödlicher Polizeigewalt (Notwehr?) und institutionellem Rassismus. Ein weiter Schwerpunkt ist das Stichwort "Meinungsfreiheit vs. Staatsräson" im Zusammenhang mit Studierenden-Protesten gegen den Genozid in Gaza.
Mit Elke Winter.

Fr., 27.03.2026 , 16 Uhr, Friedensmuseum Nürnberg

Mitgliederversammlung

Öffentliche Jahreshauptversammlung des Friedensmuseum Nürnberg e.V.. Hier werden wichtige Weichenstellungen für das kommende Jahr getroffen.

Do., 23.04.2026 , Friedensmuseum Nürnberg

VORSCHAU: Vernissage

Ausstellung mit Plakaten und Transparenten von Ekkehard Skoring zu aktuellen Themen.



Unsere aktuellen Veranstaltungen finden Sie (wie immer aktuell) unter

https://www.friedensmuseum-nuernberg.de/veranstaltungen/

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Besuchen Sie uns im Museum in der Kaulbachstraße 2, 90408 Nürnberg!
Mo. von 17-19, Mi. von 15-17 Uhr und jeden 1. Sa. im Monat von 15-17 Uhr.
Gruppen auf Anfrage.
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