Die ersten Gäste sind da

Die ersten Gäste sind da

Gestern, am 4.9.2019 haben uns Mecki (Mechthild) und Alfred Hartung aus Wolfsburg besucht und uns die erste Skulpturengruppe „Willkommen in Europa“ für unsere neue Ausstellung ab 27.9. aufzustellen. Sie stehen nun im Schaufenster und machen schon mal Appetit auf die neue Schau. Währenddessen sammelt Hans Wallner in Regensburg eifrig die anderen Kunstwerke ein um in 2 Wochen unser Museum voll auf Kunst einzustellen. Es wird spannend, denn für diese Ausstellung wurden viele KünstlerInnen aufgerufen sich zum Thema Unterdrückung, Menschenrechtsverletzung und Umweltzerstörung einen Beitrag anzubieten. Die Vernissage beginnt am 27.9. um 17 Uhr !

Nie wieder Hiroshima – Gedenken reicht nicht

Die Atomkriegsgefahr steigt. Diese Erkenntnis steht im Zentrum des Hiroshima-Gedenkens am 6.8.2019 21 Uhr auf der Nürnberger Museumsbrücke. Am 6. August 1945 wurde eine US-Atombombe auf die Stadt Hiroshima abgeworfen, 3 Tage später eine weitere auf Nagasaki. Etwa 100.000 Menschen starben sofort, noch einmal so viele später an den Strahlenschäden. Wenn wir heute dieser Opfer gedenken – und gleichzeitig der Opfer von Atombombentests und „ziviler“ Atomenergienutzung, so ist uns bewusst: Die Atomkriegsgefahr, lange Jahre fast vergessen, ist heute so groß wie selten in den letzten 70 Jahren: US-Präsident Trump hat den INF-Vertrag gekündigt. Dieser Vertrag besiegelte die Verschrottung aller US- und russischen Mittelstrecken-raketen (Pershing-2, SS-20, Cruise Missile usw.) . Damals, 1987, ging mit diesem Vertrag der kalte Krieg zu Ende – und mit ihm die Blockkonfrontation, die uns öfters an den Rand eines „Atomkriegs aus Versehen“ gebracht hat. US-Präsident Trump begründet die Kündigung des INF-Vertrags mit russischen Vertragsverletzungen, Beweis: „Geheimdiensterkenntnisse“. Russland wirft den USA ebenfalls seit langem Vertragsverletzungen vor. Für solche Vorwürfe gäbe es ein vertragliches Untersuchungsverfahren, das nicht genutzt wurde.  Die USA haben bereits hunderte von Millionen Dollar in Entwicklungsprogramme für neue Waffen gesteckt, die nach dem INF-Vertrag verboten waren: neue landgestützte Cruise Missiles und auch Raketen. Sollen Sie in Europa stationiert werden? Darüber ist die NATO uneins, die polnische Regierung hat schon Interesse bekundet. Grenznahe Stationierung bedeutet jedenfalls kurze Vorwarnzeiten und damit erhöhte Instabilität.  Nach dem INF-Vertrag (1987) wurden fast alle US-Atomwaffen aus Deutschland abgezogen. Aber nicht alle! Es verblieben etwa 20 atomare Flugzeugbomben. Sie lagern bis heute auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel. Der Bundestag hat 2010 mit überwältigender Mehrheit ihren Abzug beschlossen. Doch derzeit geschieht das Gegenteil: sie werden „modernisiert“, d.h. durch hochmoderne Atomwaffen ersetzt, für die man dann auch neue Flugzeuge braucht. Die Friedensbewegung protestiert dagegen regelmäßig in Büchel.  Das neue atomare Wettrüsten ist von den USA ausgelöst worden, jedoch beteiligen sich leider auch die anderen Atommächte daran: Russland, Frankreich, Großbritannien… Wir fordern: Schluss damit!  Und damit stehen wir mit der Mehrheit der Staaten, denn eine Zweidrittelmehrheit in der UN-Vollversammlung beschloss 2017 einen Atomwaffenverbotsvertrag. Derzeit gehen laufend neue Unterschriften und Ratifizierungsurkunden bei der UN ein. Auf diesem Vertrag ruht unsere Hoffnung, auch wenn ihn die Atomwaffenstaaten ablehnen. Wer ein neues Hiroshima verhindern will, muss die Atomwaffen abschaffen. Der Weg dahin geht über internationale Kooperation und über Widerstand von unten! Daher lädt ein breites Bündnis von lokalen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen am 6. August von 21 bis 23 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung „Nie wieder Hiroshima“ auf die Museumsbrücke in Nürnberg ein, mit Kerzenmeer, Lesungen und Live-Musik vom mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Chapman-Stick-Virtuosen Eliah Levy. Veranstalter: Friedensinitiative Nordost (FINO), Friedensmuseum Nürnberg, Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden (NEFF), Mission Eine Welt, Pazifik-Informationsstelle, IPPNW/Nürnberg Ansprechpartner für Fragen/Interviews: Dr. Wolfgang Nick, Physiker, Vorstandsmitglied des Friedensmuseums,